LV Niedersachsen und Bremen - Bremer Schuldenuhr rast schneller

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02.04.2009

Bremer Schuldenuhr rast schneller

Wegen Konjunkturpaket jetzt 22,46 Euro pro Sekunde

Der Bund der Steuerzahler hat die Bremer Schuldenuhr aktualisiert. Weil Bremen die Konjunkturhilfen des Bundes mit 29,5 Millionen Euro gegenfinanzieren muss und dafür in gleicher Höhe zusätzliche Schulden aufnimmt, rast die Schuldenuhr jetzt mit 22,46 Euro pro Sekunde statt bislang 21,53 Euro. Für das Jahr 2009 ist nunmehr einschließlich der 29,5 Millionen Euro mit einer zusätzlichen Bremer Verschuldung von 708,5 Millionen Euro zu rechnen. Die Schuldenuhr wird zum Jahresende 2009 den Rekordwert von 15,9 Milliarden Euro erreichen. Auf jedem Bremer lastet zurzeit eine anteilige Schuldenlast von 23.260 Euro, was im bundesweiten Ländervergleich einsame Spitze ist.

Der Bund der Steuerzahler rechnet damit, dass auch die Zinsausgaben weiter steigen werden, die für dieses Jahr mit 710 Millionen Euro veranschlagt sind. Rund 1,9 Millionen Euro macht derzeit die tägliche Zinslast des Stadtstaates aus. Von jedem Steuer-Euro fließen 24 Cent an Banken - als Zinsen wohlgemerkt, nicht zur Schuldentilgung.

Mit erneuten "Konsolidierungshilfen" von Bund und Ländern - von 2011 bis 2019 sind jährlich 300 Millionen Euro zu erwarten - und dem Neuverschuldungsverbot ab 2020 hat Bremen nach Auffassung des Bundes der Steuerzahler eine letzte Chance, um der Schuldenfalle zu entgehen. In den kommenden Jahren müssten die verbleibenden strukturellen Deckungslücken nach und nach geschlossen werden. Die gewaltigen Herausforderungen in der Haushaltspolitik seien zu meistern, wenn Politik und Bürger nicht länger "öffentlichen Besitzstand" auf Kosten künftiger Generationen zu verteidigen suchten. Vielmehr müsse jeder mehr (Eigen-)Verantwortung für sich, das unmittelbare Umfeld und damit das Ganze übernehmen und so den finanziell überforderten Stadtstaat entlasten, fordert der Bund der Steuerzahler.

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