LV Niedersachsen und Bremen - Celler Rathsmühle jetzt noch teurer

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21.06.2012

Celler Rathsmühle jetzt noch teurer

Turbinenreparatur kostet 480.000 Euro

Im Celler Rathaus sorgt die Rathsmühle für neuen Ärger. Nachdem bereits das städtische Nutzungskonzept für das kostspielige Objekt an der Aller am Turbinenlärm scheiterte (wir berichteten im Juli 2011), sind nun die Turbinen selbst zum kostspieligen Problemfall geworden.

Rund 1,6 Mio. Euro haben die über 60 Jahre alten Turbinen gekostet. Vor deren Erwerb wurde aber keine technische Zustandsbewertung vorgenommen. Stattdessen wurde der Kaufpreis nach dem Ertragswertverfahren bestimmt, d.h. anhand des Ertrags, der durch die Stromerzeugung erwirtschaftet werden sollte. Dabei wurde eine Restnutzungsdauer von 28 Jahren unterstellt und vorsorglich ein Renovierungsaufwand von 310.000 Euro mitberücksichtigt. Doch die Turbinenanlage hielt keine drei Jahre durch und die Reparaturkosten liegen mit 480.000 Euro weit höher als veranschlagt. Um die Posse auf die Spitze zu treiben, hat sich zudem herausgestellt, dass eine nagelneue gleichwertige Turbinenanlage im Erwerb günstiger gewesen wäre – die hätte ca. 1,5 Mio. Euro gekostet.

Aus Steuerzahlersicht ist das Rathsmühlen-Projekt eine aus Leichtsinn und Dilettantismus geborene finanzielle Katastrophe. Die Stadt Celle hätte sich vieles ersparen können, wenn vor dem Geldausgeben nur ein einziges Mal gründlich geplant und geprüft worden wäre. Doch statt eines Goldesels wurde für Millionen von Euro die sprichwörtliche Katze im Sack gekauft, die nun eine Enttäuschung nach der anderen bietet. Aber selbst wenn die Zeit der bösen Überraschungen endlich vorbei sein sollte, drohen ab 2013 weiterhin jährliche Verluste von rund 100.000 Euro. Nur ein Verkauf der Rathsmühle könnte die städtischen Verluste begrenzen.

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