LV Niedersachsen und Bremen - Galopprennbahn Bremen

Aus unserer Arbeit > Nachrichten
29.02.2012

Galopprennbahn Bremen

Millionengrab wird indirekt weiter subventioniert

Offiziell ist Bremen bereits 2009 aus der Subventionierung des lokalen Rennsports ausgestiegen. Doch indirekt sprudelt das Steuergeld bis heute munter weiter. Mehr als 400.000 Euro im Jahr fließen als verdeckte Subvention in den Rennbetrieb.

In der Bremer Bürgerschaft muss es viele Rennsportfreunde geben. Denn anders ist es nicht zu erklären, wieso in den vergangenen 30 Jahren bis zu 50 Millionen Euro an Steuergeld in den lokalen Rennbetrieb geflossen sind. Außerhalb der Bürgerschaft hielt sich jedoch die Begeisterung in engen Grenzen. Die Besucherzahlen der Galopprennbahn in der Vahr und die Wettfreudigkeit der Gäste ließen zu wünschen übrig. Entsprechend blieben die Einnahmen stets weit unter den Ausgaben, was die Rennbahn zum Subventionsfass ohne Boden machte. Der Bund der Steuerzahler prangerte wiederholt die Unwirtschaftlichkeit der Galopprennbahn an und forderte den überfälligen Ausstieg der Hansestadt. Dieser wurde schließlich 2009 von der Bürgerschaft beschlossen. Ab 2010 sollte der Bremer Rennbahnverein den Betrieb alleine und auf eigene Kosten durchführen. Im Gegenzug zahlte die Hansestadt dem Verein eine einmalige „Ablöse“ in Höhe von 1,4 Millionen Euro. War damit das Ende der öffentlichen Bezuschussung erreicht? Direkt ja, indirekt nein.

Auf verdeckte Weise wird die erfolglose Vahrer Galopprennbahn bis heute vom Steuerzahler gesponsert. Angefangen bei dem niedrigen Pachtzins für das 177.000 qm große Gelände, dass der Rennverein nutzt. Die vereinbarte Jahrespacht beträgt 8.000 Euro, dagegen soll die marktübliche Pacht etwa 130.000 Euro betragen. Natürlich müssen die Rennpferde auch trainiert werden – ein entsprechendes Trainingszentrum in Mahndorf wird von der Hansestadt mit 170.000 Euro im Jahr bezuschusst. Doch selbst wenn der Rennverein hohen Besuch bekommt oder Veranstaltungen abhalten will, springt der Steuerzahler helfend ein. Denn neben der Galopprennbahn steht ein Hotel, an dass die Hansestadt bis 2026 jährlich 114.000 Euro zahlt, damit ein Teil der dortigen Räumlichkeiten je nach Bedarf vom Rennverein genutzt werden kann. Unter dem Strich macht das eine indirekte Subventionierung von mehr als 400.000 Euro im Jahr! Doch dem Rennverein ist das noch nicht genug. Die Hansestadt solle doch bitte auch die Kosten der Rasenpflege übernehmen, die jährlich 200.000 Euro verschlingt – andernfalls werde um die Existenz der Galopprennbahn gefürchtet.

Aus Steuerzahlersicht muss dem offiziellen Ausstieg Bremens aus der Finanzierung des lokalen Rennsports endlich auch der inoffizielle Ausstieg folgen. Alles andere wäre eine Täuschung der Steuerzahler. Wenn die überwältigende Mehrheit der Bremer sich vom Rennsport abgewandt hat – was das eigentliche Problem des Rennsportvereins ist – darf Steuergeld nicht dazu missbraucht werden, um leere Vereinskassen zu schonen. Für eine Stadt im Haushaltsnotstand ist die Subventionierung des Rennsports ein Luxus, den sie sich nicht erlauben kann. Schon gar nicht, wenn die Politik munter dabei ist, sich immer neue Steuern einfallen zu lassen, um die Bürger zu schröpfen.

Suche
Staatsverschuldung in Niedersachsen
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0