Kein Steuergeld für Stadtteiltreff
Stadt Leer begräbt endlich Pläne für umstrittenes Projekt 
Späte Einsicht im Rathaus der Stadt Leer
Bildquelle: Stadt Leer Die Begegnungsstätte sollte auf dem Schulhof der Plytenbergschule gebaut werden, was mitunter den Widerstand von Lehrern, Schülern und Eltern auf den Plan rief. Sie befürchteten eine Gefährdung des geschützten Raumes für Schulkinder und kritisierten die Verkleinerung des Schulhofes. Darüber hinaus schien weder ein Konzept erkennbar noch Bedarf für einen Treff vorhanden zu sein. Aufgrund der zweifelhaften Notwendigkeit des Stadtteiltreffs schaltete sich der Bund der Steuerzahler ein und fragte bei der Stadtverwaltung kritisch nach.
Aus dem Antwortschreiben der Stadt Leer (Ostfriesland) ging tatsächlich hervor, dass im Umkreis von ungefähr einem Kilometer bereits ein Jugendzentrum und der im Stadtteil befindliche „Treff Moormerlandsiedlung“ betrieben werden. Zudem wurde eingeräumt, dass eine „konzeptionelle Ausrichtung“ des geplanten Stadteiltreffs noch nicht feststehe. In direkter Nachbarschaft sind also a) etablierte Treffs vorhanden und b) einen klaren inhaltlichen Plan gibt es nicht – kurzum der zusätzliche Treff ist nicht vonnöten.
Als dann durch die neuesten Kostenberechnungen klar wurde, dass die bisher festgesetzte Obergrenze von 156.000 Euro für den geplanten Stadtteiltreff in der Weststadt nicht einzuhalten sei, kam das Aus. Laut Presseinformationen beliefen sich nämlich nach Ausschreibungsergebnissen die reinen Gebäudekosten auf ungefähr 186.000 Euro zuzüglich rund 65.000 Euro für die Einrichtung und Gestaltung des Umfeldes. Diese deutliche Überschreitung des Budgets war doch zu viel des Guten und der Verwaltungsausschuss machte in seiner Sitzung im Oktober 2009 einen Rückzieher. Die Stadtteiltreff-Pläne sind nun endlich vom Tisch.
Obgleich die Steuerzahler froh sind, dass der unnötige Stadtteiltreff nicht gebaut wird und Steuergelder dafür nicht verschwendet werden, ist es ärgerlich, dass so lange an einem Projekt herumgedoktort wird, für das es ganz offensichtlich keinen Bedarf gibt. Die Pläne hätten schon viel eher verworfen werden können.



