LV Niedersachsen und Bremen - Kopfloser Umgang der Stadt Hannover mit altem VHS-Gebäude!

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13.03.2017

Kopfloser Umgang der Stadt Hannover mit altem VHS-Gebäude!

Bund der Steuerzahler kritisiert Pläne zur Anmietung von Verwaltungsflächen als unwirtschaftlich

Der Bund der Steuerzahler wirft der Landeshauptstadt Hannover eine wankelmütige und damit kostspielige Strategie im Umgang mit dem alten VHS-Gebäude am Friedrichswall vor. Wenn große Teile des erst kürzlich wegen fehlenden Bedarfs veräußerten Gebäudes jetzt auf lange Zeit zurückgemietet würden, zeuge dies nicht von einem vorausschauenden Raumkonzept bei selbstgenutzten Büros. Es gleiche eher einem verwaltungsseitigen Missmanagement, das die Steuerzahler teuer zu stehen komme. Mit der Stadt Hannover als langfristigem Ankermieter wäre aus dem Verkauf der Immobilie mehr zu erzielen gewesen, vermutet der Bund der Steuerzahler. Zudem würden Schulden kaschiert, die ansonsten bei Eigensanierung angefallen wären.

Nach Presseangaben sollen ab 1. Mai 2018 rund 4200 Quadratmeter für 126 Mitarbeiter der Fachbereiche Recht, Gebäudemanagement sowie Personal und Organisation angemietet werden. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einer jährlichen Warmmiete von 785.000 Euro würde die Stadt insgesamt 15,7 Millionen Euro für die neuen Büroflächen gegenüber vom Neuen Rathaus aufbringen müssen.

Es sei nicht nachvollziehbar, warum innerhalb kürzester Zeit dieser zusätzliche Raumbedarf in verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung entstanden ist. So könne ein dauerhafter Stellenaufwuchs im Bereich Gebäudemanagement schwerlich mit dem temporären Problem der Flüchtlingsunterbringung gerechtfertigt werden. Der Bund der Steuerzahler weist außerdem darauf hin, dass derzeit ein sogenanntes Zweites Rathaus für rund 600 Mitarbeiter auf dem Schützenplatz entstehe und es deutlich günstiger gewesen wäre, die zusätzlichen Raumkapazitäten dort zu schaffen. Offensichtlich müssten die Bürger jetzt für eine miserable Bedarfsplanung der Verwaltung zahlen.

Die geplante Anmietung des alten VHS-Gebäudes sei im Übrigen nur die Fortsetzung eines kopflosen Umgangs der Stadt mit ihrer ehemaligen Immobilie. So ist das Gebäude bereits seit Dezember 2006 eingerüstet, um Passanten vor herabstürzenden Fassadenplatten zu schützen. Jahrelang verschleppte der Stadtrat eine Entscheidung über die Zukunft des maroden Gebäudes, kritisiert der Bund der Steuerzahler. Die Miete des Dauergerüsts habe die Stadt insgesamt rund 150.000 Euro gekostet. Erst Anfang 2011 ist ein Umzug der Volkshochschule ans Hohe Ufer und drei Jahre später der Verkauf des Gebäudes an einen Investor beschlossen worden. Unterschrieben wurden die Kaufverträge dem Vernehmen nach im Februar 2016.

Auch den Plan der Stadt Hannover, in dem Gebäude einen „Lernort Erinnerung und Demokratie“ einzurichten, sieht der Bund der Steuerzahler kritisch. So sei erst vor wenigen Jahren die in Trägerschaft der Region Hannover befindliche Gedenkstätte Ahlem neu konzipiert und gestaltet worden. Es mache keinen Sinn, seitens der Stadt eine dazu in Konkurrenz stehende Einrichtung aufzubauen, egal, an welcher Stelle in Hannover dieser Lernort verwirklicht werden sollte.

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