LV Niedersachsen und Bremen - Kunstprojekt beschert sattes Minus

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22.02.2010

Kunstprojekt beschert sattes Minus

„COLOSSAL“ überschreitet Budget um 184.000 Euro

Die Ausstellungen im Museum und Park Kalkriese sowie im Osnabrücker Land sind zwar noch nicht vollständig abgerechnet, erste Zahlen vom Kunstprojekt „COLOSSAL“ liegen aber schon vor. In Bezug auf die Finanzen machte „COLOSSAL“ seinem Namen alle Ehre. Die zum Anlass „2000 Jahre Varusschlacht“ im Osnabrücker Land arrangierte Sonderausstellung überzog das ursprüngliche Budget von 500.000 Euro nämlich um 184.000 Euro.


Pedro Cabrita Reis: The Enemies; einer von zwei 12m hohen Holztürmen auf 2 Ackerflächen (Entfernung ca. 600 m) gegenüber dem Park Kalkriese
Bild: Christian Grovermann, © der Künstler
Ursächlich für die Budgetüberschreitung waren laut Landschafts-verband Osnabrücker Land e.V., welcher als Träger des Kunstprojektes in Erscheinung trat, Mehrausgaben beim Bau der Kunstwerke wie auch krisenbedingte Mindereinnahmen an Sponsorenmitteln. Förderer, für die vom 25. April 2009 bis Ende 2011 an 14 Standorten dargebotenen Kunstwerke von 20 Künstlern sind u. a. die Kulturstiftung des Bundes, der VGH Versicherungen, Kommunen, der Verkehrsverein Osnabrück Stadt, das Land Niedersachsen sowie verschiedene Firmen. Als einen weiteren Grund für die fast 40-prozentige Budgetüber-schreitung kommt die überwiegend künstlerische Leitung infrage. Ein funktionierendes Projektcontrolling war Fehlanzeige. Wen wundert es da, dass es nicht gelungen ist, das Kostenkorstett geschnürt zu halten, zudem viele Künstler an der Realisierung des Projektes beteiligt waren, für die eben Geld oftmals nur Mittel zum Zweck ist. Die Finanzierung des 184.000-Euro-Defizits soll nun aus Rücklagen und dem Haushalt 2010 des Landschaftsverbandes erfolgen.

Nach Meinung des Landschaftsverbandes ist die kolossale Budgetüberschreitung aber auch nicht so schlimm. Mit den 684.000 Euro wurde letztlich „die Realisierung eines für die Region einmaligen Kunstevents ermöglicht.“ Zudem seien in Kunst und in die „kulturelle Teilhabe von Menschen“ investierte Mittel, bestens angelegte Mittel. Offensichtlich gelten bei Kunst andere Maßstäbe und der wohlüberlegte sparsame Einsatz von zumeist öffentlichen Geldern ist von nachrangiger Bedeutung. Angesichts leerer Haushaltskassen ist dies aus Steuerzahlersicht eine sehr bedenkliche Auffassung.

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