LV Niedersachsen und Bremen - Umstrittener Ausbau einer Huder Bahnunterführung

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01.07.2010

Umstrittener Ausbau einer Huder Bahnunterführung

BdSt für Erweiterung mit Augenmaß

Vor mehr als 30 Jahren entschied der Kreistag des Landkreises Oldenburg den Ausbau der Kreisstraße 226 im Bereich der Gemeinde Hude. Knackpunkt waren hierbei zwei höhenbeschränkte und einspurige Bahnunterführungen. Auf der DB-Strecke Hude-Blexen wurde eine bereits im Jahr 1992 erweitert. Nach 18 Jahren soll nun der Bahn-Tunnel der DB-Strecke Oldenburg-Bremen folgen. Doch die aufwändige und teure Konstruktion stößt auf Kritik.

Nach dem Willen der Planungsausschüsse des Landkreises Oldenburg und der Gemeinde Hude soll die Unterführung der DB-Strecke Oldenburg-Bremen durch ein Trogbauwerk in Verbindung mit einem herabgesetzten Kreisverkehr unter Beibehaltung der vorhandenen Unterführung für den Rad- und Fußgängerverkehr ersetzt werden. Die Herstellungskosten sind auf sechs Millionen Euro taxiert (ohne Ingenieurhonorare).

Die 3,20 m Bahnunterführung soll einer von 4,50 m weichen (Foto: S. Onnen)

Die teure Trog-Kreisverkehr-Lösung ist jedoch weder aus verkehrlicher Sicht zwingend erforderlich, noch ist sie aus haushaltswirtschaftlicher Sicht vertretbar. Gemäß Informationen der Kreisverwaltung ist laut einer aus dem Jahr 2004 stammenden Verkehrsuntersuchung einer hannoverschen Planungsgemeinschaft eine neue Bahnunterführung nicht vonnöten. Verbesserungsbedarf gebe es lediglich für Rad- und Fußgänger und für den Verkehrsabfluss aus der Burgstraße. Hierfür werden eine geänderte Ampelschaltung und kleinere Rad-, Gehweg- sowie Markierungsarbeiten empfohlen. In Ergänzung käme ein separater Tunnel für den Rad- und Fußgängerverkehr in Betracht. Die Kosten liegen hierfür bei ungefähr 600.000 Euro.

Abgesehen von verkehrlichen Zweifeln an der kostspieligen Trog-Kreisel-Lösung, sprechen auch hohe Kostenrisiken gegen die Variante. Denn die Berechnungen beruhen auf alten Preisen, Ingenieur- und reale Grunderwerbskosten sind nicht berücksichtigt und es könnte Probleme mit der Entwässerung der abgesenkten Verkehrsanlage geben. Letztendlich fällt die „große Lösung“ aufgrund des äußerst ungünstigen Verhältnisses von Kosten und Nutzen durch.

Da eine der zwei beschränkten Unterführungen bereits zweispurig ausgebaut wurde, sehen die Befürworter in der Realisierung des fragwürdigen Tunnel-Kreiselbauwerks eine logische Konsequenz. Allerdings ist der Ausbau der Unterführung Hude-Blexen 18 Jahre her und gravierende Probleme durch die noch nicht ausgebaute Unterführung gab es bisher nicht.

In Anbetracht der Mittelknappheit in den öffentlichen Straßenbauetats und der Verantwortung gegenüber der Staatsfinanzen hat der Bund der Steuerzahler die Kreistagsfraktionen schriftlich aufgefordert, das Tunnel-Kreisel-Projekt erneut zu prüfen und eine günstigere Lösung zu realisieren.

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