LV Niedersachsen und Bremen - Einkommensteuer


19.04.2017

Einkommensteuer

Doppelte Haushaltsführung eines alleinstehenden Arbeitnehmers

Die Frage, wo ein lediger Arbeitnehmer seinen Lebensmittelpunkt hat, ist nach einer Entscheidung des FG Sachsen-Anhalt anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls festzustellen.

Im Streitfall hatte das Gericht die Klage einer ledigen Arbeitnehmerin auf Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung abgewiesen, da nach Auffassung des Gerichts kein eigener Hausstand der Klägerin außerhalb ihres Beschäftigungsortes existierte. Die Klägerin war zwar Eigentümerin eines aufwendig sanierten Hauses an ihrem Heimatort und hatte lediglich eine kleine Wohnung (56 qm) an ihrem Beschäftigungsort angemietet. Im Klageverfahren trug sie vor, ihr Lebensmittelpunkt befinde sich in ihrem Haus an ihrem Heimatort. Die Kosten einer doppelten Haushaltsführung in Höhe von 7.267,06 Euro seien daher anzuerkennen.

Das Gericht wies die Klage ab. Trotz Existenz des eigenen Einfamilienhauses und zahlreicher nachgewiesener „Heimfahrten“ sei ein Lebensmittelpunkt am Heimatort nicht festzustellen. Die Klägerin sei bereits seit rund 18 Jahren außerhalb ihres Heimatortes beschäftigt und habe weder Kinder noch einen festen Lebensgefährten am Heimatort.

Urteil des FG Sachsen-Anhalt vom 8. September 2016, Az.: 6 K 511/13.

Hinweis: Nach dem mittlerweile rechtskräftigen Urteil müssen Steuerpflichtige zum Nachweis ihres Lebensmittelpunktes am Heimatort vor allem soziale – etwa familiäre – Bindungen und gesellschaftliche – etwa sportliche oder kulturelle – Betätigungen am Heimatort nachweisen. Allein der Hinweis auf eine Immobilie am Heimatort reiche für den Nachweis des Lebensmittelpunktes in der Regel nicht aus.
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