LV Niedersachsen und Bremen - Gespenstische Leere in Winsen (Luhe)


14.06.2018

Gespenstische Leere in Winsen (Luhe)

Pannen-Parkhaus am Bahnhof auch nach einem Jahr noch kaum genutzt

Den wenig ruhmreichen Titel „Pannen-Parkhaus mit Verlustgarantie“ hatte das Parkhaus am Winsener Bahnhof erlangt, weil sich seine Fertigstellung um neun Monate verzögert hatte und die Baukosten infolge zahlreicher Pannen um 3,9 Millionen Euro in die Höhe geschnellt waren. Wegen der Förderrichtlinien des Landes stand zudem schon vor Inbetriebnahme im April 2017 fest, dass das Parkhaus ein dauerhaftes Verlustgeschäft werden würde. Die Verluste dürften zudem größer sein als zunächst befürchtet, denn ein Jahr nach Inbetriebnahme steht das Parkhaus immer noch meist zu mehr als der Hälfte leer.


Gespenstische Leere auf dem Parkdeck.
Bis zu 534 Autofahrer, in erster Linie Pendler auf dem Weg ins weniger als 50 Kilometer entfernte Hamburg, könnten im Parkhaus am Winsener Bahnhof Platz finden. Nur scheinen die Pendler auch ein Jahr nach Inbetriebnahme keinen Gebrauch von dem Angebot machen zu wollen. Obwohl die Stadtwerke Winsen (Luhe) als Betreiber des Parkauses, mit Vergünstigungen für Pendler und Dauerparker werben, sind laut Angaben der Stadtverwaltung derzeit lediglich etwa 170 Plätze fest vermietet, die übrigen Plätze stehen Tagesparkern zur Verfügung. Diese bleiben dem Parkhaus jedoch ebenfalls weitestgehend fern, wie der Bund der Steuerzahler bei einem Ortstermin Ende März, feststellen konnte, bei dem nicht einmal die Hälfte der zur Verfügung stehenden Parkplätze belegt war.

Da das Parkhaus bereits bei voller Auslastung ein Zuschussgeschäft für die Stadt wäre, steht zu befürchten, dass bei derzeitiger Auslastung künftig ein Großteil der jährlich anfallenden Betriebskosten von 230.000 Euro regelmäßig aus der Stadtkasse zu finanzieren sein wird. Um wenigstens einen Teil der auf insgesamt 10,9 Millionen gestiegenen Baukosten einzusparen, stellt die Stadt Regressansprüche gegen einige der am Bau beteiligten Firmen. Nun klären Gerichte die Frage, wer Schuld an der neunmonatigen Bauverzögerung und den hieraus entstandenen Mehrkosten von fast vier Millionen Euro trägt. Der Bund der Steuerzahler bleibt am Ball.


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