LV Niedersachsen und Bremen - Handwerkerleistungen


17.10.2017

Handwerkerleistungen

Steuerermäßigung für Tätigkeiten außerhalb des Haushaltes Das für die Steuerermäßigungen bei Handwerkerleistungen erforderliche Tatbestandsmerkmal „in einem Haushalt des steuerpflichtigen“ sei nach einer Entscheidung des FG Nürnberg nicht erfüllt, wenn die Handwerkerleistung nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen, sondern in der Werkstatt des Handwerksbetriebes erbracht werde. Geklagt hatten Ehegatten, die die Haustür ihres privaten Wohnhauses ersetzt hatten. Hierfür wurden von dem beauftragten Schreinereibetrieb insgesamt 4.688 Euro incl. Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt. Ein Betrag von 1.435 Euro entfiel dabei auf die Materialkosten, ein Betrag in Höhe von insgesamt 3.253 Euro auf den Werklohn für Herstellung und Montage der Haustür. In ihrer Einkommensteuererklärung machten die Kläger im Wege der Schätzung einen Teilbetrag in Höhe von 1.184 Euro als auf die Montage der Haustür entfallende Werklohnkosten gem. § 35 a Abs. 3 EStG geltend. Das Finanzamt erkannte die geltend gemachten Werklohnkosten für die Erneuerung der Haustür nicht als begünstigte Handwerkerleistungen an. Auch mit der anschließenden Klage hatten die Kläger keinen Erfolg. Nach Auffassung des Gerichts habe das Finanzamt die Aufwendungen der Kläger für die Herstellung und Montage der Haustür zutreffend nicht berücksichtigt, da es hinsichtlich der Aufwendungen für die Herstellung der Haustür an einem räumlichen Zusammenhang der in der Werkstatt erbrachten Arbeiten mit dem Haushalt fehle. Für eine Aufteilung der Lohnkosten auf die in der Schreinerei durchgeführten Arbeiten und auf die im Haushalt der Kläger erfolgte Montagearbeiten im Wege der Schätzung fehle es an geeigneten Anhaltspunkten. Daher komme eine Aufteilung ebenfalls nicht in Betracht.

FG Nürnberg, Urteil vom 04.08.2017, Az.: 4 K 16/17 - nicht rechtskräftig

Anmerkung: Allein ein funktionaler Zusammenhang der Handwerkerleistung mit dem Haushalt des Steuerpflichtigen reicht für eine Steuerermäßigung nach § 35 a Abs. 3 EStG nicht aus. Nach dem Wortlaut des Gesetzes müsse die Leistung im Haushalt erfolgen. Es kommt maßgeblich auf den jeweiligen Leistungsort an.
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