LV Niedersachsen und Bremen - Seelze kassiert bei Hundehaltern ab


31.05.2016

Seelze kassiert bei Hundehaltern ab

Bund der Steuerzahler mit Hundesteuer-Vergleich unter niedersächsischen Städten / Verband macht sich für Abschaffung stark

Laut einer Umfrage des Bundes der Steuerzahler unter den 90 niedersächsischen Städten und Gemeinden ab 20.000 Einwohnern werden Hundehalter in der Stadt Seelze (Region Hannover) besonders kräftig zur Kasse gebeten. Dort würden jährlich 158 Euro für den ersten Hund fällig und damit mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt (74 Euro). Freiwillig verzichtet keine der untersuchten Kommunen auf die Erhebung der Hundesteuer. Der Bund der Steuerzahler hält aber die Abgabe für nicht mehr gerechtfertigt. So schreibe das Niedersächsische Hundegesetz seit dem Jahr 2011 andere wirkungsvolle Maßnahmen vor, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Zusammenhang mit der Hundehaltung vorzubeugen.

Neben Seelze sind auch die Städte Hannover (132 Euro) und Hildesheim (126 Euro) ein besonders teures Pflaster für Hundehalter. Mit Ausnahme Wolfsburgs (96 Euro) verlangen alle Großstädte Niedersachsens einen dreistelligen Jahresbetrag für den Ersthund. Doch auch eine Kleinstadt wie Bad Harzburg fordert stolze 108 Euro pro Jahr. Relativ hundefreundlich zeigt sich dagegen die Stadt Verden (Aller). Dort kostet der Vierbeiner lediglich 24 Euro pro Jahr, gefolgt von der Stadt Friesoythe und der Gemeinde Moormerland mit jeweils 30 Euro.

Der Zweithund ist mit durchschnittlich 110 Euro in fast allen Kommunen noch teurer. In dieser Kategorie steht die Landeshauptstadt mit 240 Euro an der Spitze, gefolgt von den Städten Seelze (226 Euro), Göttingen (216 Euro) und Hildesheim (186 Euro). Mit Abstand am günstigsten ist der zweite Hund in der Stadt Friesoythe mit jährlich 30 Euro. Rund 6 von 10 Städten und Gemeinden verlangen zudem einen gesonderten Steuersatz für gefährliche Hunde bzw. Kampfhunde. Dieser liegt zwischen 180 Euro (Stadt Rinteln) und 846 Euro (Stadt Goslar).

Laut amtlicher Statistik nahmen die niedersächsischen Kommunen im vergangenen Jahr 35,4 Millionen Euro an Hundesteuern ein. Dies entspricht einem Anteil von weniger als 0,5 Prozent am gesamten kommunalen Steueraufkommen, das sich 2015 auf rund 7,95 Milliarden Euro belief. Der Bund der Steuerzahler plädiert angesichts ihrer geringen fiskalischen Bedeutung für eine Abschaffung der Hundesteuer. Die Verwaltungskraft der Kommunen, die durch die Erhebung und Kontrolle gebunden wird, ließe sich in anderen Bereichen sinnvoller einsetzen. Zudem entspräche die frühere Auffassung, wonach in der Hundehaltung eine besondere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Ausdruck komme, nicht mehr der Realität. Hunde würden heutzutage in allen gesellschaftlichen Schichten als Haustier gehalten und seien längst kein Luxusgut mehr, argumentiert der Verband.

Auch das mit der Steuer beabsichtigte Ziel, die Hundehaltung aufgrund der damit verbundenen Gefahren und Belästigungen wie Gebell oder Verschmutzung einzudämmen, könne seit Bestehen des Niedersächsischen Hundegesetzes schlechterdings nicht als Rechtfertigung gelten. Schließlich müssten Hundehalter seither eine Sachkundeprüfung absolvieren, in der als präventive Maßnahme der richtige Umgang mit Hunden vermittelt würde. Zudem trage die Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Versicherungspflicht dazu bei, Fehlverhalten von Hunden besser zu ahnden und zu kompensieren.

Die Einzelwerte der 90 größten Städte und Gemeinden Niedersachsens finden Sie hier.
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