LV Niedersachsen und Bremen - Vergleich der Realsteuer-Hebesätze 2011 in Niedersachsen

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14.10.2011

Vergleich der Realsteuer-Hebesätze 2011 in Niedersachsen

Der Bund der Steuerzahler ermittelte bei einem Vergleich der Realsteuer-Hebesätze in den 1.022 niedersächsischen Gemeinden, dass bereits in diesem Jahr fast jede achte Kommune den Grund- und/oder Gewerbesteuerhebesatz erhöht hat. Der Hebesatz der Grundsteuer A (landwirtschaftliche Flächen) wurde von 90 Gemeinden angehoben, der der Grundsteuer B (Wohn- und Betriebsgebäude) von 92 Gemeinden und der der Gewerbesteuer sogar von 107 Gemeinden. Die zusätzlichen Belastungen für Bürger und Betriebe aus Hebesatzerhöhungen werden häufig unterschätzt.

Bei dem derzeitigen durchschnittlichen Hebesatz der Grundsteuer B von 354 Prozentpunkten ist für ein frei stehendes Einfamilienhaus mit einem steuerlichen Einheitswert von 60.000 Euro ein Jahresbetrag von 621,23 Euro an die Rathauskasse abzuführen. Bei einem Hebesatz von 400 Prozent sind es 701,96 Euro (+ 80,73 Euro), bei einem Hebesatz von 450 Prozent gar 789,71 Euro (+ 168,48 Euro). Nach Untersuchungen des Bundes der Steuerzahler reicht die Spannweite der Grundsteuer B-Hebesätze in Niedersachsen von 150 v.H. (Gemeinde Gorleben) bis 530 v.H. in den Städten Hannover und Göttingen. Entsprechend variiert die Jahressteuerbelastung für die Musterimmobilie mit einem Einheitswert von 60.000 Euro zwischen 263,24 Euro und 930,10 Euro im Jahr.

Bei der Gewerbesteuer liegt der durchschnittliche Hebesatz in Niedersachsen für das Jahr 2011 im Durchschnitt bei 352 Prozentpunkten. Bei einem steuerpflichtigen Gewerbeertrag einer Kapitalgesellschaft von 100.000 Euro sind damit in diesem Jahr durchschnittlich 12.320 Euro abzuführen. Eine Anhebung des Hebesatzes auf 380 v.H. lässt die Jahresbelastung auf 13.300 Euro (+ 980 Euro) ansteigen. Bei dem niedersachsenweit höchsten Steuersatz von 460 v.H., wie er derzeit in der Landeshauptstadt Hannover gültig ist, ergibt sich für diese Kapitalgesellschaft eine Gewerbesteuer von 16.100 Euro (+ 3.780 Euro gegenüber dem Durchschnittswert). Am häufigsten ist nach der Untersuchung des Bundes der Steuerzahler ein Gewerbesteuer-Hebesatz von 380 v.H. anzutreffen. Diese Höhe haben 145 Gemeinden festgelegt. Hebesätze über 400 v.H. berechnen 46 Gemeinden. Darunter sind in der Regel die größeren Städte anzutreffen.

Die BdSt-Untersuchung der Realsteuer-Hebesätze in Niedersachsen können sie HIER downloaden.
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